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kultur: die philippinen stellen eine regionale kulturelle ausnahme dar, da sie das einzige asiatische land mit einer christlichen mehrheit sind (80 % davon sind katholiken), was auf die 300-jährige spanische kolonisation zurückzuführen ist. der philippinische kulturmix ist einzigartig in der welt und vereint asiatische, lateinamerikanische und amerikanische einflüsse.

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generell: was sind die „kulturdifferenzen“?
die kulturdifferenzen beschäftigen sich mit den unterschieden der asiatischen (der schamkultur) zur westlichen kultur (der schuldkultur). diese betrachtung erhebt keinen wissenschaftlichen anspruch!
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unterschiede von scham- und schuldkultur, quelle wikipedia

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die philippinische kultur verstehen-von gesichtsverlust bis hirachie
die philippinen sind bekannt für ihre reiche kultur, die das leben der menschen tief prägt und besondere werte und prinzipien verkörpert. wer die philippinische kultur verstehen möchte, sollte die folgenden sechs aspekte kennen: gesichtsverlust, das harmonieprinzip, indirektheit, gruppenverhalten, familie und hierarchie. jeder dieser bereiche beeinflusst das soziale verhalten und die zwischenmenschlichen beziehungen der filipinos maßgeblich. in diesem beitrag tauchen wir tiefer in diese wichtigen elemente ein.
1. gesichtsverlust: der wert des persönlichen ansehens
in der philippinischen kultur beschreibt der begriff „gesichtsverlust“ das schmerzhafte gefühl, wenn eine person in der öffentlichkeit bloßgestellt oder beschämt wird. dies wird als besonders respektlos empfunden, da es das ansehen und die würde einer person beeinträchtigt. filipinos legen großen wert darauf, das „gesicht“ zu bewahren – sei es das eigene oder das der anderen – da das ansehen eng mit dem sozialen status und der eigenen identität verknüpft ist.
um gesichtsverlust zu vermeiden, greifen filipinos oft auf indirekte kommunikation und subtile andeutungen zurück, anstatt direkte kritik zu üben. konfrontationen werden vermieden, um das ansehen des anderen zu schützen und die harmonie zu wahren. dieses verhalten kann für außenstehende, insbesondere für menschen aus westlichen kulturen, schwer zu verstehen sein. doch in der philippinischen kultur ist es ein zeichen von rücksichtnahme und respekt.
2. das harmonieprinzip: friedliches miteinander als ziel
das streben nach harmonie ist auf den philippinen ein zentrales prinzip des zwischenmenschlichen umgangs. in der kultur ist das harmonieprinzip fest verankert und wird als schlüssel für ein harmonisches und friedliches zusammenleben angesehen. um konflikte zu vermeiden, versuchen filipinos, diplomatische lösungen zu finden und direkte konfrontationen zu vermeiden.
kritik und differenzen werden in der regel sanft oder in privaten gesprächen geäußert. das harmonieprinzip führt dazu, dass die menschen zurückhaltender kommunizieren und negative emotionen möglichst vermeiden. für menschen aus direkter kommunizierenden kulturen kann dies als unsicherheit oder unehrlichkeit erscheinen. doch das harmonieprinzip ist ein ausdruck des gegenseitigen respekts und der rücksichtsnahme, die in der philippinischen kultur einen hohen stellenwert haben.

3. die indirektheit: der wert subtiler kommunikation
indirektheit ist ein grundlegendes merkmal der philippinischen kommunikationskultur. filipinos äußern ihre meinungen und gedanken häufig durch andeutungen, um keine spannungen zu verursachen oder jemanden in verlegenheit zu bringen. diese subtilität zeigt sich in verschiedenen formen, wie zum beispiel durch gesten, körpersprache oder humorvolle anspielungen.
indem schwierige themen indirekt angesprochen werden, soll vermieden werden, dass sich jemand bloßgestellt oder verletzt fühlt. diese art der kommunikation kann für menschen aus direkter kommunizierenden kulturen missverständlich wirken, da informationen nicht immer sofort klar sind. dennoch schätzen filipinos die indirekte kommunikation als ausdruck von respekt und feingefühl, um die beziehung und das soziale gleichgewicht zu bewahren.
4. gruppenverhalten: die gemeinschaft als zentrum
das gruppenverhalten spielt in der philippinischen kultur eine zentrale rolle. auf den philippinen steht das wohlergehen der gruppe oft über dem des einzelnen. diese gemeinschaftsorientierung zeigt sich in freundeskreisen, familien und arbeitsgruppen, wo das individuelle interesse zugunsten des kollektiven wohls zurückgestellt wird.
ein beispiel für diese gemeinschaftsorientierung ist das konzept des „bayanihan“, das hilfe und solidarität betont. in dieser kultur ist die hilfsbereitschaft gegenüber der gemeinschaft ein wert, der hoch geschätzt wird. diese gemeinschaftsorientierung kann jedoch auch zu einem gewissen sozialen druck führen, da erwartet wird, dass sich das individuum den gruppenwerten anpasst. dennoch stärkt dieser gemeinschaftssinn das gefühl von verbundenheit und solidarität unter den menschen.


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5. die familie: das herzstück des lebens
die familie ist das fundament der philippinischen gesellschaft. sie ist oft weit über die kernfamilie hinaus von zentraler bedeutung und schließt auch entfernte verwandte ein. die starke bindung zur familie beeinflusst viele aspekte des lebens und wirkt sich auf die entscheidungen der menschen aus. die werte und wünsche der familie stehen oft über persönlichen ambitionen.
die familienbindung zeigt sich auch wirtschaftlich, etwa durch unterstützung von familienmitgliedern, die im ausland arbeiten und geld an ihre familien auf den philippinen schicken. diese gelder sind für viele familien eine wichtige einkommensquelle und ein ausdruck von loyalität und verantwortung. die familie ist nicht nur eine einheit der unterstützung, sondern auch eine quelle der identität und sicherheit, die filipinos tief prägt.
6. die hierarchie: respekt und achtung
auf den philippinen spielt die hierarchie eine wichtige rolle in den sozialen und familiären strukturen. alter, erfahrung und position bestimmen oft, wer respekt und gehorchen verdient. ältere menschen und autoritätspersonen genießen einen hohen stellenwert, und es wird erwartet, dass jüngere personen respektvoll mit ihnen umgehen.
dieses hierarchische system zeigt sich nicht nur innerhalb der familie, sondern auch in der arbeitswelt, wo vorgesetzte eine hohe autorität besitzen. die meinung von älteren und erfahrenen personen wird selten in frage gestellt, da man ihnen respekt und anerkennung schuldet. für menschen aus flachen hierarchien kann dies ungewohnt erscheinen. doch die einhaltung dieser hierarchischen struktur ist für filipinos ein wichtiger ausdruck von respekt und ordnung, der das soziale gefüge zusammenhält.

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wer in asien lebt und auf anhieb alles versteht, ist entweder ein naturtalent – dazu herzlichen glückwunsch – oder setzt sich in überheblicher weise über die menschen hinweg und hat eben doch nix verstanden. ich selbst bin kein naturtalent, sondern verstehe viele beobachtungen nicht so ganz, zumindest nicht auf anhieb. gute literatur im sinne von kompakt und leicht verständlich, ist schwer auszumachen bzw. gibt es nicht.
die asiatische kultur ist für einen westler sehr komplex, man versteht sie kaum. nur wenige haben das glück in ihrem umfeld menschen zu haben, mit denen man darüber sinnvoll sprechen kann und die ausreichend information zu beiden kulturen haben.
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die bedeutung des philippinischen konzepts hiya, das schamgefühl und die vermeidung von peinlichkeiten umfasst, sowie amor propio, die selbstachtung. diese werte prägen das verhalten der filipinos, die großen wert darauf legen, konfrontationen und offene kritik zu vermeiden, um sowohl ihr eigenes selbstwertgefühl als auch das der anderen zu schützen. hiya führt dazu, dass filipinos eher zurückhaltend sind und sich ungern offen widersprechen oder fragen stellen, um nicht bloßgestellt zu werden. besucher sollten dies respektieren und im umgang mit filipinos höflich und rücksichtsvoll sein, da fehlendes schamgefühl in der gesellschaft als unangemessen gilt.

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hier noch eine meinung oder beschreibung aus dem netz von einem deutschen philippinen-reisen-veranstalter. quelle: https://www.philippinen-tours.de/
Die philippinische Bevölkerung & Mentalität
Mittlerweile leben über 105 Millionen Menschen auf den Philippinen. Die Bevölkerung hat sich in nur wenigen Jahrzehnten vervielfacht. Ein Großteil der Filipinos ist jünger als 20 Jahre alt, und der Kinderreichtum wird vor allem in den größeren Städten schnell sichtbar. Die typische „laissez-faire“ bzw. „bahala na“ Mentalität mag mit ein Grund dafür sein, dass hier die Uhren etwas langsamer ticken. Gemeinsam ist den Einheimischen allerdings, dass sie ihren Gästen im Zweifelsfall immer noch ein großzügiges Mahl zaubern, selbst wenn ihnen eigentlich die Mittel fehlten.
Es gibt einige Charakterzüge, die für die philippinische Mentalität typisch sind. Keine Filipina / kein Filipino möchte das „Gesicht verlieren“, hierbei ist das Konzept von „hiya“ wichtig. Übersetzt könnte „hiya“ so etwas bedeuten wie „Scham“ oder auch „Verlegenheit“. Ein Beispiel: Wenn ein Tourist nach dem Weg fragt, dann wird er/sie oftmals auch dann eine Antwort erhalten, wenn der/die Gefragte überhaupt keine Ahnung hat – denn der/die Gefragte möchte nicht als unwissend erscheinen und sich dafür vielleicht sogar schämen. Die „hiya“ kann aber auch als ein aktiveres Konzept verstanden werden, vielleicht mit einer Art Bescheidenheit und Selbstkontrolle oder gar Selbstaufopferung. So würden Filipinos ihren Gästen zum Beispiel niemals einen Gefallen abschlagen, sie würden eher ihr Hab und Gut zur Verfügung stellen, was dann fast schon fastalistisch werden kann und wiederum eng mit der „bahala na“ Einstellung einhergeht. Kurzum: die philippinische Psychologie und Mentalität ist durchaus komplex, und Verständigungsschwierigkeiten sind nicht immer sprachlicher, sondern können tiefer liegen.
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schlussgedanken
die philippinische kultur ist tief verwurzelt in werten wie harmonie, respekt und gemeinschaft. wer diese prinzipien und deren bedeutung versteht, kann das soziale verhalten auf den philippinen besser nachvollziehen und respektvolle beziehungen aufbauen. ob gesichtsverlust, harmonieprinzip, indirektheit, gruppenverhalten, familie oder hierarchie – jedes dieser prinzipien prägt das tägliche leben und schafft eine einzigartige kultur, die auf gegenseitiger achtung und zusammenhalt beruht.
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wie gesagt, für uns westler ist es nicht immer einfach alles zu verstehen, darum dieser beitrag. vielleicht hilft er euch, wie auch mir cooler zu bleiben. wir sind nur gäste hier und sollten uns so gut wie möglich anpassen.
bleibt gesund und munter, bis zum nächsten mal, gruss oskar 🙂 🙂 🙂
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